Intel will zurück an die Spitze
Mit einem Zuwachs von etwas über 43 Prozent seit Jahresanfang gehört die Intel-Aktie zu den besten Werten im Technologie-Leitindex NASDAQ 100 in diesem Jahr. Allerdings ist der starke Kurszuwachs nicht unbedingt einer starken Geschäftsentwicklung geschuldet.

Intel war einst der bedeutendste Chip-Produzent der Welt. Doch Produktionsprobleme, veraltete Fertigungstechnologien, verpasste Trends bei KI-GPUs und Qualitätsmängel haben das Unternehmen in eine tiefe Krise gestürzt, was zu sinkenden Marktanteilen und Vertrauensverlust führte. Nun kämpft sich der Konzern mit neuer Führung zurück, will wieder konkurrenzfähig werden, und zwar auf Augenhöhe mit dem taiwanischen Branchenprimus TSMC.
Im Mittelpunkt des Umbruchs steht der 18A-Fertigungsknoten – Intels fortschrittlichste Halbleiter-Prozesstechnologie, die als entscheidender Wendepunkt in der Foundry-Offensive des Unternehmens gilt, um an die Spitze der Chip-Fertigung zurückzukehren. Die neue 1.8-Nanometer-Klasse soll technologisch mit führenden Verfahren von TSMC und Samsung konkurrieren, diese teils sogar übertreffen.
Vom Sorgenkind zum KI-Profiteur? Intel schmiedet starke Allianzen
Ähnlich wie TSMC will auch Intel künftig verstärkt als Auftragsfertiger agieren und hat dafür die Sparte Foundry gegründet. Intel Foundry gilt als westliche Alternative zu TSMC, kämpft jedoch noch mit hohen Verlusten. Aufgrund geopolitischer Bedenken hinsichtlich der Halbleiterdominanz von Taiwan ist die Nachfrage nach US-amerikanischen Halbleiteralternativen zuletzt jedoch gestiegen. Als heimischer Halbleiterhersteller dürfte Intel in einer Zeit erhöhter Sorgen um Lieferketten und angesichts hoher Zölle zusätzlich profitieren. Durch strategische Allianzen und tiefgreifende Kooperationen mit NVIDIA, Microsoft und Amazon hat sich Intel im KI- und Cloud-Bereich in den vergangenen Wochen neu ausgerichtet. Gestern kündigte Intel an, sich am Terafab-Projekt zu beteiligen, das von Elon Musk gemeinsam mit Unternehmen wie SpaceX, Tesla und xAI vorangetrieben wird.
Die jüngsten Quartalszahlen zeigen zwar solides Umsatzwachstum in den richtigen Bereichen, doch blieben die Margen unter Druck, und der operative Verlust in der Foundry-Sparte ist mit 2.5 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal nicht zu übersehen. Doch die jüngst geschmiedeten Allianzen dürften sich schon bald in den Bilanzen widerspiegeln. Die nächsten Quartalszahlen veröffentlicht der Konzern am 23. April.
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