Oracle: Softwarekonzern kann Anleger beruhigen
Noch vor einigen Monaten sorgte der Einfluss von Künstlicher Intelligenz, kurz KI, bei vielen Werten noch für enorme Kursfantasie. Doch die Zeiten haben sich geändert. Inzwischen werden Unternehmen, die stark in das KI-Thema investieren, an der Börse eher gemieden. So auch der Softwarekonzern Oracle.

Der US-Softwarekonzern Oracle hat gestern nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahrs 2025/26 veröffentlicht. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 22 Prozent auf 17.2 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 3.72 Milliarden Dollar etwa 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wuchsen Umsatz und Gewinn erstmals seit mehr als 15 Jahren um jeweils mehr als 20 Prozent. Doch der Markt schaute insbesondere auf das so wichtige Cloud-Geschäft. Und hier kletterten die Erlöse auf Jahressicht sogar um 44 Prozent auf 8.91 Milliarden Dollar. Das ebenfalls wichtige Geschäft mit Cloud-Infrastruktur wuchs sogar um 84 Prozent auf 4.9 Milliarden Dollar. Der Auftragsbestand (RPO) wuchs im dritten Quartal um weitere 29 Milliarden Dollar auf inzwischen 553 Milliarden Dollar an, was auf Jahressicht einen Anstieg von 325 Prozent bedeutet. Der Grossteil des RPO-Anstiegs im dritten Quartal ist auf umfangreiche KI-Aufträge zurückzuführen.
Oracle zündet die nächste KI-Wachstumsstufe
Für das laufende vierte Quartal stellte der Konzern einen Umsatzanstieg zwischen 19 und 21 Prozent in Aussicht. An seiner Gesamtjahresprognose von 67 Milliarden Dollar, was einen Anstieg von knapp 17 Prozent bedeuten würde, hielt der Konzern fest. Allerdings schraubte er seine Umsatzprognose für das kommende Geschäftsjahr 2026/2027 nochmals leicht nach oben. Die Nachfrage nach Cloud-Computing für KI-Training und -Inferenz wächst laut Unternehmensangaben weiterhin schneller als das Angebot. Zudem hätten einige der grössten Nutzer von KI-Cloud-Kapazitäten ihre Finanzlage in letzter Zeit deutlich verbessert. Diese Marktdynamik ermögliche es dem Konzern, die Umsatzprognose für das kommende Geschäftsjahr auf 90 Milliarden Dollar zu erhöhen, hiess es im Quartalsbericht. Dies würde einen Umsatzanstieg von sage und schreibe mehr als 34 Prozent implizieren.
Ein Dorn im Auge ist den Marktteilnehmern weiterhin der hohe Kapitalbedarf des Unternehmens, denn es möchte weiterhin kräftig in KI-Rechenzentren investieren. Im laufenden Geschäftsjahr sollen die Investitionen rund 50 Milliarden Dollar betragen. Kapital, das sich der Konzern zu einem Grossteil am Kapitalmarkt beschaffen muss. Mit einer Kombination aus Investment-Grade-Anleihen und Pflichtwandelvorzugsaktien nahm der Konzern im Februar 30 Milliarden Dollar auf. Bei der Kapitalbeschaffung traf das Unternehmen auf enormes Interesse mit einem Rekord-Orderbuch, das deutlich überzeichnet war.
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