SanDisk: KI-Boom löst Flash-Speicher Boom aus
Nach Jahren eines ausgeprägten Schweinezyklus mit Überkapazitäten und Preisverfall erlebt der NAND-Flash-Speicher-Spezialist SanDisk gerade eine extreme Wiederbelebung des Geschäfts.

Nach Jahren eines ausgeprägten Schweinezyklus mit Überkapazitäten und Preisverfall erlebt der NAND-Flash-Speicher-Spezialist SanDisk gerade eine extreme Wiederbelebung des Geschäfts. Höhere Speicherpreise, eine kräftige Nachfrage aus Rechenzentren und der zunehmende Speicherbedarf von KI-Anwendungen haben Umsatz und Profitabilität von SanDisk zuletzt regelrecht explodieren lassen. Die Aktie hat zwar bereits stark auf die Entwicklung reagiert, könnte aber durchaus noch Aufwärtspotenzial haben.
Der US-Konzern SanDisk produziert in erster Linie NAND-Flasch-Speicher. Die Technologie steckt unter anderem in SSDs für PCs und Rechenzentren, eingebetteten Speicherlösungen, Speicherkarten und USB-Sticks. Vielen Lesern dürfte SanDisk gerade wegen seiner SD-Karten und USB-Speicher bekannt sein. Doch die wirtschaftliche Bedeutung der Technologie verschiebt sich zunehmend in Richtung Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur.
SanDisk ist in seiner heutigen Form ein vergleichsweise junges börsennotiertes Unternehmen. Im Februar 2025 wurde das Flash-Geschäft von Western Digital abgespalten und SanDisk wieder als eigenständiges Unternehmen an die Nasdaq gebracht. Bei der Abspaltung sah die Welt für den Konzern bei weitem nicht so rosig aus wie heute. Im dritten Geschäftsquartal 2025 sank der Umsatz gegenüber dem Vorquartal noch um zehn Prozent auf 1,7 Milliarden US-Dollar. SanDisk reagierte damals auf das Überangebot mit Produktionskürzungen und kündigte Preiserhöhungen an.
Das Geschäft brummt
Mit dem KI-Boom hat sich für den Speicher-Spezialisten alles verändert. Inzwischen brummt das Geschäft. Der entscheidende Wachstumstreiber ist dabei zunehmend Künstliche Intelligenz (KI). Das Training und vor allem die Nutzung grosser KI-Modelle erzeugt enorme Datenmengen. Während schnelle DRAM- und HBM-Speicher unmittelbar neben den KI-Beschleunigern benötigt werden, müssen riesige Datenbestände dauerhaft und gleichzeitig möglichst schnell verfügbar gehalten werden. Genau hier kommt NAND-Flash ins Spiel.
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (per 3. Juli) erzielte SanDisk bereits einen Umsatz von 8,97 Milliarden US-Dollar – 51 Prozent mehr als drei Monate zuvor und mehr als fünf Mal so viel wie noch im dritten Quartal des Vorjahres. Rund zwei Drittel des Wachstums resultierte aus höheren Preisen und etwa ein Drittel aus steigenden Absatzmengen. Die Bruttomarge erreichte 84,6 Prozent, nach 78,4 Prozent im Vorquartal und lediglich 26,2 Prozent ein Jahr zuvor. Unter dem Strich verdiente SanDisk beeindruckende 6,9 Milliarden Dollar.
Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 kletterte der Umsatz somit um 175 Prozent auf 20,25 Milliarden Dollar. Wo das starke Wachstum herkommt ist schnell ersichtlich – das Geschäfts mit Rechenzentren legte auf Jahressicht um 437 Prozent zu. Für das laufende Geschäftsquartal stellte der Konzern Erlöse zwischen 10,3 Milliarden und 10,8 Milliarden Dollar sowie eine Bruttomarge zwischen 83 und 85 Prozent in Aussicht.
SanDisk-Aktionäre schauen heute Abend ganz genau hin, wenn Micron Technology seine Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vorlegt. Das Unternehmen produziert neben DRAM- und HBM-Speicher ebenfalls NAND-Flash und liefert damit einen wichtigen Einblick in die aktuelle Lage am Speichermarkt. Vor allem die Entwicklung der NAND-Preise, von Angebot und Nachfrage und der Nachfrage aus Rechenzentren könnte Hinweise auf die nächsten SanDisk-Zahlen geben, die am 29. Oktober bekanntgegeben werden.
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