12. August 2026

Telekom auf Erholungskurs: Mobilfunkmarkt im Umbruch?

Die Aktie der Deutschen Telekom brach nach starkem Jahresauftakt zwischenzeitlich sogar um mehr als 30 Prozent ein. Doch zuletzt hat sich die T-Aktie wieder kräftig erholt.

Telekom auf Erholungskurs: Mobilfunkmarkt im Umbruch?

Telekommunikationsunternehmen hatten in den vergangenen Monaten an den Aktienmärkten einen schweren Stand. Ein verschärfter Preiskampf vor allem auf dem US-Schlüsselmarkt, Fusions- und Integrationsrisiken sowie neue Tech-Konkurrenz im Mobilfunkmarkt animierten viele Anleger zum Ausstieg aus den sonst eher konservativen Telekomwerten. Die Aktie der Deutschen Telekom brach nach starkem Jahresauftakt zwischenzeitlich sogar um mehr als 30 Prozent ein. Doch zuletzt hat sich die T-Aktie wieder kräftig erholt.

Mit Beginn des Iran-Konflikts Anfang März ging es für die Aktie der Deutschen Telekom kräftig abwärts. Vom Jahreshoch bei 34,36 Euro am 27. Februar ging es bis Ende Juni um mehr als 30 Prozent auf 23,53 Euro abwärts. Doch der Nahost-Konflikt war nur der Auslöser für die Talfahrt, der Grund lag woanders. Der US-Wettbewerber AT&T hat durch eine geschickte Kombination aus neuen, flexiblen Paketangeboten und gezielten Gebührenerhöhungen für Alttarife den US-Mobilfunkmarkt in Bewegung gebracht. Die Konkurrenz, zu der auch die Telekom-Tochter T-Mobile US gehört, geriet daraufhin unter Druck.

Spekulationen sorgten für Druck

Spekulationen über eine beschleunigte, vollständige Fusion europäischer Konzerne mit ihren US-Töchtern sorgten für zusätzlichen Druck.  Auch eine vollständige Fusion der Deutschen Telekom mit T-Mobile US stand im Raum. Allerdings kamen die Spekulationen über eine vollständige Fusion zu einem rund 300 Milliarden US-Dollar schweren Megakonzern am Markt nicht so gut an, weil Investoren erhebliche Verwässerungs- und Bewertungsrisiken sahen und US-Anleger das schwächere Wachstum des europäischen Marktes scheuten.

Als ein weiteres Problem wertete der Markt die mögliche fundamentale Disruption des Mobilfunkmarktes durch neue Tech-Konkurrenz. Das Satellitennetzwerk der SpaceX-Tochter Starlink  war anfangs nur als Notfall-Netz für Funklöcher (Direct-to-Cell) geplant, doch haben sich die Pläne inzwischen geändert. Starlink will das System zu einem eigenständigen, vollwertigen Mobilfunknetz ausbauen, das etablierte Riesen wie etwa die Deutsche Telekom herausfordern soll. Die T-Aktie krachte aufgrund der Entwicklungen bis Ende Juni auf 23,53 Euro in den Keller.

Vertragsumstellungen zeigen Wirkung

Seither hat sich allerdings sehr viel getan. Zum einen ist die Deutsche Telekom von ihren Fusionsplänen mit T-Mobile US inzwischen abgerückt und bleibt mit etwas mehr als 53 Prozent der Anteile vorerst weiterhin der kontrollierende Mehrheitsaktionär der US-Tochter. Zudem hat T-Mobile US auf die Tarifanpassungen von AT&T reagiert und ebenfalls die Tarife angepasst. Der Konzern hat die Verträge zahlreicher Kunden von auslaufenden, günstigeren Alttarifen auf teurere Modelle umgestellt. 60 Prozent der Neukunden haben sich im zweiten Quartal bereits für die teuren Premium-Angebote entschieden. Der Kundenzuwachs betrug zwar nur 277.000 und damit gut 13 Prozent weniger als im Vorjahr, doch hatte der Markt einen stärkeren Rückgang erwartet. Der Umsatz wuchs dennoch um 8 Prozent auf 22,79 Milliarden Dollar.

Bleibt noch die drohende Disruption des Mobilfunkmarktes durch Starlink. Hier hat T-Mobile-CEO Srini Gopalan eine klare Meinung. Er betonte bei der Zahlenvorlage, dass die Bedrohung durch Starlink für die Mobilfunkbranche übertrieben wird, da Satellitentechnologie primär noch lange eine Ergänzung und kein vollständiger Ersatz für bodenbasierte Netze bleibe.

Auch die Deutsche Telekom konnte jüngst erfreuliche Quartalszahlen vorlegen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Prozent auf 29,93 Milliarden Euro. Das bereinigte um Leasingkosten angepasste EBITDA stieg um 7 Prozent auf 11,82 Milliarden Euro. Die Zahlen kamen am Markt bereits recht gut an. Noch besser angekommen ist jedoch die Aufstockung des bis Ende 2026 laufende Aktienrückkaufprogramm von zuvor 2 Milliarden auf nun 5 Milliarden Euro. Die Analysten der UBS bezeichneten das Programm als eine der größten positiven Überraschungen und bestätigten im Anschluss ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 36,20 Euro.

Charttechnik zu Deutsche Telekom

Telekom
Deutsche Telekom (in EUR)

Stand: 12.08.2026 Quelle: investing.com

Die Aktie hat sich zuletzt von ihrem Korrekturtief bei 23,53 Euro kräftig erholt und notiert aktuell bei 28,30 Euro. Nach der kurzzeitigen Rückeroberung der aktuell bei 28,54 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie musste die Aktie den vielbeachteten Durchschnitt inzwischen jedoch wieder abgeben. Kann dieser jedoch nachhaltig überquert werden, wartet der massive Widerstandsbereich bei 29,52/29,75 Euro. Kann aber auch dieser gemeistert werden, wäre der übergeordnete Weg in Richtung Jahreshoch vom Februar bei 34,36 Euro wieder frei. Auf der Unterseite sollte der aktuell bei 26,64 Euro verlaufende 38-Tage-Durchschnitt für Halt sorgen.

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