Beiersdorf: Zahlen okay, Ausblick mau
Die Beiersdorf-Aktie ist am Dienstag um mehr als 20 Prozent abgestürzt. Der Nivea-Konzern traf mit seinen Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr zwar die Markterwartungen, doch zeigten sich die Investoren vom Ausblick enttäuscht.

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf erlebte an der Börse gestern einen rabenschwarzen Tag – die Aktie stürzte um 21.09 Euro oder 20.13 Prozent auf 83.66 Euro ab. Dabei waren die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025, die der Hamburger Konzern gestern vorgelegt hatte, gar nicht so schlecht. Mit Marken wie Nivea, Tesa oder Hansaplast erzielte der Konsumgüterhersteller im vergangenen Jahr einen Umsatz von 9.85 Milliarden Euro, womit er immerhin ein organisches Umsatzplus von 2.4 Prozent generieren konnte. Der operative Gewinn (EBIT) wuchs leicht auf 1.38 Milliarden Euro, während die EBIT-Marge von 13.9 auf 14.0 Prozent zulegte.
Ausblick enttäuscht
Enttäuscht hat der Konzern jedoch mit seinem Ausblick. 2026 sei von einem „flachen bis leicht wachsenden organischen Umsatz“ und einer operativen Umsatzrendite gemessen am Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ohne Sondereffekte „leicht unter“ dem Vorjahresniveau auszugehen, teilte der Konzern mit. Gründe für den mauen Ausblick lieferte der Konzern auch. „2025 war für die Hautpflegebranche ein anspruchsvolles Jahr, geprägt von langsamerem Wachstum und anhaltender Marktvolatilität“, sagte Beiersdorf-Chef Vincent Warnery. „Ich gehe nicht davon aus, dass der Markt 2026 weiter rückläufig sein wird, aber ich kann derzeit auch nicht sagen, dass er schnell wieder wachsen wird“, ergänzte Warnery.
Ich gehe nicht davon aus, dass der Markt 2026 weiter rückläufig sein wird
Probleme bereitet vor allem die Kernmarke Nivea, die nach Jahren rasanten Wachstums 2025 nur noch ein organisches Umsatzplus von 0.9 Prozent erzielen konnte. Federn lassen musste erneut die Luxusmarke La Prairie mit einem Umsatzminus von 4.5 Prozent. Hier machte allerdings das Schlussquartal mit einem organischen Wachstum von 3.8 Prozent Mut, was auf eine Trendwende hindeuten könnte. Das Klebstoffgeschäft rund um Tesa verzeichnete ein mageres Umsatzplus von 1.8 Prozent. Besser lief es dagegen im Unternehmensbereich Derma mit den Marken Eucerin und Aquaphor – hier erziele Beiersdorf sogar ein organisches Umsatzwachstum von 11.7 Prozent. Glänzen konnte der Bereich Health Care mit den Marken Hansaplast und Elastoplast, der mit einem organischen Umsatzwachstum von 9.3 Prozent eines der stärksten Jahre in der Unternehmensgeschichte erzielte.
Neujustierung der Kernmarke Nivea
Als Reaktion auf veränderte Marktbedingungen leitete Beiersdorf bereits im vergangenen Jahr eine Neujustierung seiner Kernmarke Nivea ein. Der Fokus soll laut Konzernchef Warnery künftig mehr auf „erschwinglichen Gesichtspflegeangeboten“ liegen, da die Verbraucher inzwischen stärker auf den Preis achten und wählerischer geworden sind.
Beiersdorf stellte im Anschluss an die Bilanzvorlage noch eine gleichbleibende Dividende von 1.00 Euro je Aktie und ein Aktienrückkaufprogramm über 750 Millionen Euro in Aussicht, doch konnte dies den Markt auch nicht besänftigen.
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