Gold – Fortsetzung des Aufwärtstrend möglich?
Die technische Analyse zeigt, dass Gold zugelegt hat und Potenziale aufzeigt, seinen Aufwärtstrend fortzusetzen.

Die technische Analyse von Martin Utschneider zeigt, dass das gelbe Edelmetall zugelegt hat und Potenziale aufzeigt, seinen Aufwärtstrend fortzusetzen.
Gold (USD) ist schon weit gelaufen. Seit Anfang November 2022 hat das gelbe Edelmetall in der Spitze um über 20 Prozent zugelegt. Vor elf Wochen notierte Gold noch bei rund 1‘630 Dollar. Doch schon in den ersten Wochen des neuen Jahres knackte Gold die 1‘900 Dollar. Aktuell notiert das gelbe Edelmetall bei rund 1‘935 Dollar. Mit seiner Aufholjagd hat Gold schon das technisch basierte bullische 2023`er Verlaufsziel bei 1‘905 Dollar überhandelt.
Es sieht nun ganz danach aus, dass Gold seinen Aufwärtstrend nun sogar noch weiter fortsetzen kann. Aktuell testete und überschritt Gold sogar eine weitere mitunter richtungsweisende Marke. Die 1‘922 Dollar wurden am 20.01.2023 geknackt. Drei Tage in Folge konnte der Chart dann schlusskursbasiert auch oberhalb dieser immens aussagekräftigen Marke bleiben. Intraday gab es diverse Tests. Diese wurden aber abgewehrt.
Warum ist genau diese Marke (1‘922 Dollar) so beachtenswert?
An diesem wichtigen Widerstand biss sich der Goldpreis zuletzt mehrfach die Zähne aus: Getestet wurde diese Marke schon am 29. April 2022 sowie mehrfach in den vergangenen Tagen: am 13., 16. und 18. Januar diesen Jahres. Jeweils vergeblich. Nun hat es geklappt. Sollte der Goldpreis diesen ehemaligen Widerstand nun auch nachhaltig hinter sich lassen, dann könnte er sich mittelfristig an den Marken von 1‘958 Dollar und 2‘010 Dollar wiederfinden. Die 1‘958 Dollar sind ein ebenfalls noch nicht überwundener, starker Widerstand aus der Vergangenheit. Genauer: vom 20. April vergangenen Jahres. Die 2‘010 resultieren aus einer Fibonacci-Projektion.
Wenn der Goldpreis nochmals die 1‘922 US-Dollar unterschreiten sollte und sich dadurch eine kurzfristige Schwäche einstellt, könnte eine Korrektur bis zu 1‘840 Dollar erfolgen. Auf diesem Niveau verläuft die nächste Fibonacci-Auffanglinie und eine charttechnische Unterstützungsmarke (1‘836). Doch selbst das wäre aus charttechnischer Sicht kein Beinbruch. Selbst wenn Gold nochmals unter die 1‘922 Dollar abtauchen sollte und wieder bis auf 1‘840 Dollar fällt, ist der übergeordnete Aufwärtstrend nicht durchbrochen. Selbst ein kurzfristiger Rückgang würde den im November eingeschlagenen Aufwärtsmodus noch nicht technisch beschädigen. Aber ein Signal, dass es so locker wie bisher nicht weitergeht, wäre das schon.

Quelle: Trader Fox, Stand: 24.01.2023 Historische Daten sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen.
Fazit: Somit ergibt sich ein kurzfristiges Chance-Risiko-Verhältnis von knapp vier Prozent Kurspotential nach oben und knapp fünf Prozent nach unten. Man kann daher von einer klassischen Patt-Situation sprechen. Der Blick ist nach oben trotzdem weiterhin erlaubt. Nach unten ein Muss. Die nächsten operativen Absicherungslevels liegen bei 1‘840 sowie 1‘836 US-Dollar. Für extrem enge Stopps bietet sich nun auch die 1‘922 Dollar-Marke an.
Infos zum Autor:
Martin Utschneider leitet die Technische Kapitalmarktanalyse der renommierten Privatbank “Donner & Reuschel”. Er verfügt über umfassende Erfahrung in der Wertpapierbetreuung internationaler Private Banking- und Wealth Management-Klientel. Seine Analysen und redaktionelle Beiträge werden in zahlreichen Medien und führenden Finanzportalen veröffentlicht.
Weitere Artikel



