Rendite für zehnjährige Schweizer Staatsanleihe – eine aktuelle Analyse
Festverzinsliche Wertpapiere wie Obligationen sind für Anlegerinnen und Anleger durch den Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus wieder attraktiver geworden.

Die Rendite für zehnjährige Schweizer Staatsanleihe strebt weiter nach oben. Dafür wurden zuletzt einige chart- und markttechnische Meilensteine gesetzt. Aktuell befindet sich der Chart in einem sogenannten „Steigendem Dreieck“.
Dieses „Steigende Dreieck“ weist allgemein und somit auch in diesem speziellen Fall der Rendite für zehnjährige Schweizer Staatsanleihe eine ansteigende untere Begrenzungslinie (Unterstützungslinie) sowie eine horizontale obere Widerstandslinie auf. Die Formation gilt nach erfolgtem Ausbruch nach oben als trendfortsetzend und somit bullisch. Statistisch gesehen kommt es bei rund 62 Prozent dieser „Steigenden Dreiecke“ zu einem Überhandeln der horizontalen Widerstandslinie. Dieses Überhandeln entspricht dann auch einem Kaufsignal für noch nicht investierte professionelle sowie private Anleger gleichermassen.
Das zu erwartende Mindestkursziel aus dem Dreieck ergibt sich aus der Spiegelung der Höhe des Dreiecks an der horizontalen Begrenzungslinie nach oben. Die empirisch untersuchte Wahrscheinlichkeit, dass dieses Kursziel bei einem nachhaltigen Ausbruch erreicht wird, liegt mit einem Wert von 89 Prozent (!) erstaunlich hoch.
Durch das Spiegeln der Dreieckshöhe an der Widerstandslinie nach oben, ergibt sich ein rein charttechnisches (Mindest-) Renditeziel von 2,23 Prozent.
Man sollte sich aber nicht nur auf die Charttechnik und deren untersuchten Eintrittswahrscheinlichkeiten stützen. Die Technische Analyse stützt sich bekanntlich noch auf eine zweite Säule – die Markttechnik. Zudem helfen auch die Fibonacci-Projektionen ein gutes Stück weiter, um die kurz- bis mittelfristige Tendenz der Schweizer 10-Jahres-Anleiherendite auszuloten.
- Der Trendfolgeindikator MACD zeigt sich aktuell neutral und ansteigend. Das untermauert die These, dass sich das Steigende Dreieck zur Gänze ausbilden wird.
- Der ebenfalls für die Trendfolge wichtige Ichimoku-Indikator weist auch nach oben. Er unterstreicht damit die seit August 2022 eingeschlagene und vorherrschende Richtung.
- Setzt man nun auch noch die Fibonacci-Projektion an kommt man auf ein mittelfristiges Renditeziel von 2,50 Prozent.
Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass sich sowohl Charttechnik als auch Markttechnik sowie die Fibonacci-Projektionen ergänzen und bestätigen. Allerdings unter einer entscheidenden Voraussetzung: Die Widerstandslinie des „Steigenden Dreiecks“ bei 1,47 Prozent muss zwingend überhandelt werden. Wenn das gelingt, dann lautet der kurz- bis mittelfristige Zielkorridor 2,23 Prozent bis 2,50 Prozent. Dabei ergibt sich eine Auffälligkeit auf dem Weg nach oben. Bei 2,14 bis 2,17 Prozent droht ein Doppelwiderstand. Dieser ergibts sich aus dem Renditehoch vom April 2011 sowie einer vorgelagerten Fibonacci-Projektion.
Die Erkenntnisse aus der Technischen Analyse decken sich zudem mit den Prognosen von Zinsexperten. So wird allgemein erwartet, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) im März 2023 den Leitzins um weitere 50 Basispunkte auf dann 1,50 Prozent anheben wird. Im Juni 2023 dürften dann weitere 25 Basispunkte auf 1,75 Prozent folgen.
Infos zum Autor:
Martin Utschneider leitet die Technische Kapitalmarktanalyse der renommierten Privatbank “Donner & Reuschel”. Er verfügt über umfassende Erfahrung in der Wertpapierbetreuung internationaler Private Banking- und Wealth Management-Klientel. Seine Analysen und redaktionelle Beiträge werden in zahlreichen Medien und führenden Finanzportalen veröffentlicht.
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